
Sehenswürdigkeiten
Geschichte
Der Ort ’’’Wilnsdorf’’’ wird im Jahre 1185 unter dem Namen ’’Willelmesdorf’’
erstmals urkundlich erwähnt. Neben dieser Bezeichnung ist allerdings
auch noch die Bezeichnung ’’Wielandisdorf’’ überliefert. Dieser Name
basiert auf der Legende das in der Nähe des Ortes der sagenumwobene
Schmied ’’Wieland’’ gelebt haben soll. Die Rolle des Bergbaues und der
Eisenverhüttung reicht wie im restlichen Siegerland auch hier weit
zurück. Die erste Grube auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde wurde 1298
erstmals erwähnt. Zwischen dem Ende des 12. und der Mitte des 17.
Jahrhunderts befand sich die Burg und das Schloss der Ritter von Kolbe
in Wilnsdorf. Sie waren in dieser Zeit die Vögte der Fürsten von
Nassau-Siegen in weiten Teilen des Siegerlandes . In der Zeit Napoleons
gelangte Wilnsdorf wie das restliche Siegerland unter die Herrschaft des Großherzogtums
Berg. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die nunmehr in
Preußen gelegenen Gemeinden Eisern Obersdorf-Rödgen Rinsdorf Wilgersdorf
Wilnsdorf Nieder- und Oberdielfen. zum Amt Wilnsdorf zusammengefasst.
Später kam aus dem Amt Burbach noch die Gemeinde Wilden hinzu. Im Jahre
1957 war es mit dem Bergbau in Wilnsdorf zu Ende und die letzte
Eisengrube wurde geschlossen. Am 1. Januar 1969 wurden die bisher
eigenständigen Gemeinden zur Großgemeinde Wilsdorf zusammengeschlossen.
Eine Ausnahme bildete die Gemeinde Eisern die zur Stadt Siegen kam.
Quelle: Gemeinde Wilnsdorf
Eisenzeitlicher
Schmelzofen Obersdorf
Durch die Oberfläche nah vorkommenden Eisenerze welche ohne kompilierte
bergbauliche Verfahren gewonnen werden konnten reicht die Periode der
Eisenverhüttung im Siegerland schon bis in die La-Tène-Zeit 500 v. Chr.
zurück. Davon zeugt der eisenzeitliche Windofen Silberquelle in
Wilnsdorf-Obersdorf.
Förderturm
Niederdielfen
Auf dem Gebiet der Gemeinde Wilnsdorf waren bis in die Anfänge des 20.
Jahrhunderts insgesamt 8 Gruben in Betrieb. Der ursprüngliche Förderturm
der Grube Grimberg in Niederdielfen wurde im Jahre 1911 als der Betrieb
eingestellt wurde abgerissen. 1995 wurde auf dem Grubengelände der
Förderturm des Julianschachtes aus Bensberg wiederaufgebaut und erinnert
somit an die fast 2500 jährige Geschichte des Bergbaues und der
Eisenverhüttung in der Region. Der 16m hohe Turm mit seinem
Schachtgebäude ist dabei trotz das er nicht aus der Region kommt als
typisch für die Förderanlagen im Siegerland anzusehen.
Wassermühle
Niederdielfen
Die am dem Filsbachtälchen gelegene Mühle aus der ersten hälfte des 17.
Jahrhunderts wurde in den Jahren 1992 / 93 funktionstüchtig restauriert
und kann bei Gelegenheit mehrere Male im Jahr in Betrieb besichtigt
werden. Das Mahlwerk der Mühle einschließlich der zum Teil geschmiedeten
zum Teil aus Gusseisen hergestellten Mechanik ist vollständig erhalten.
Das Bau Datum lässt sich allerdings nicht genau bestimmen. Urkundlich
belegt ist die Mühle aus der ersten hälfte des 18. Jahrhunderts
mündliche Überlieferungen gehen aber auf das Jahr 1729 zurück.
Heimatstube
Rinsdorf
In der im Jahre 1791 erbauten ehemaligen Kapellschule werden
Zeugnisse und Werkzeuge aus der Bergbaugeschichte und der Siegerländer
Handwerkskunst ausgestellt. Zudem gibt es einen originalgetreu
eingerichtet Schulzimmer aus dem 19. Jahrhundert. Vor dem Gebäude
befindet sich eine Bergmannsstatue und Grubenwagen. Im Anbau sind
zahlreiche landwirtschaftliche Geräte zu sehen.
Dorfschmiede
Wilden
Die aus der Mitte des 19. Jahrhundert stammenden Schmiede ist dank des
Einsatzes des Wildener Heimatvereins fast vollständig erhalten und kann
bei besonderen Anlässen auch in Betrieb besichtigt werden. Die Schmiede
stand ursprünglich im Köhlerweg und wurde 1984 in der Ortsmitte von
Wilden wiederaufgebaut.
Arrestgebäude
Wilnsdorf
Das Arrestgebäude ist eine der wenigen vollständig erhaltenen Gebäude
dieser Art überhaupt und ist ein gutes Beispiel für die polizeiliche
Arbeit des 19. Jahrhunderts. Zwischen 1839 und 1959 wurde das Gebäude
als Arrestgebäude genutzt und bietet einen einen Einblick in den
Strafvollzug der damaligen Zeit.

Eremitage
Die Wallfahrtstätte Eremitage stammt aus dem Jahre 1684 . Zu dieser
Wallfahrtstätte gehört ein eine Kapelle ein Heiligenhäuschen mit
Eremitengrab ein Kreuzweg ein Waldaltar und eine Eremitenklause. In der
Kapelle befindet sich ein Altar aus dem Jahre 1736 . Die Klause gehört
zu den ältesten Fachwerkhäusern im Siegerland.
Rieselwiese
In Rinsdorf befindet sich an der Landesstraße L 907 die aus dem Jahr
1996 stammende Rieselwiese. Da für die Herstellung der für die
Eisenverhüttung Holzkohle im Siegerland keine Wälder gerodet
werden durften waren Heuwiesen für die Futter Gewinnung für das Vieh
mangel Ware. Aus diesem Grund wurden die wenigen Wiesen in den
Talgründen von den siegerländer Bauern seit 1534 mittels eines komplexen
Systems bewässert um sie durch die im Wasser enthaltenen Schwebstoffe
und Mineralien ertragreicher zu machen. Somit konnten die Erträge für
das Winterfutter um ein Drittel gesteigert werden. Durch die 1853 in
Siegen gegründete Wiesenbauschule wurde der siegerländer Wiesenbau
weltweit. Erst durch die Entwicklung des Kunstdüngers und der
Drainagetechnik verlor der Wiesenbau und somit auf die Rieselwiesen
seine Bedeutung.